Kinderfahrrad

Oder: Das Geständnis eines bekennend inkonsequenten Papas. Könnt ihr euch erinnern, als ich im Juli letzten Jahres zum Thema Kinderfahrrad in einem Artikel schrieb: Don´t believe the hype? Damals begann eine Geschichte, an der auch noch maßgeblich der Osterhase beteiligt sein wird.

Der Tag nach dem Artikel

Ich sitze im Büro und bekomme eine WhatsApp einer Kollegin. Ach damals, als ich noch in einem Büro gesessen bin und Kollegen und Kolleginnen hatte. Heute sitze ich in meinem alten Wohnzimmer im Elternhaus, welches nun mein Büro ist und versuche mein Geschäft voranzutreiben.
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Jedenfalls schreibt mir die Kollegin, warum Sie sich damals für das Kinderfahrrad entschieden hat, welches ich in meinem Artikel etwas angeprangert habe. Ich sehe die Vorteile als total logisch an und bedanke mich im Nachhinein für diese Sichtweise.

Ein Monat später, wir sind zu Besuch bei Little E – der BFF von Little S. Er hat eines der Fahrräder von seiner Cousine geerbt. Bereits am zweiten Tag konnte er mit dem Kinderfahrrad fahren, als wäre sein Papa Gerhard Zadrobilek. Kennt den noch wer? Hier geht es zu Wikipedia….

Wir ließen diese Fakten vorerst auf uns wirken – schoben allerdings den Fahrrad-Kauf auf. Kurz vor Ostern, war der Plan…

Kinderfahrrad – das Klopapier 2021!

Gerade hatten wir uns „Prosit Neujahr“ gewünscht, schon schrillten die Alarmglocken! IN GROSSEN BUCHSTABEN WAR ES GESCHRIEBEN: „Fahrradmarkt: Längere Wartezeiten, höhere Preise“. Im Artikel selbst war von monatelanger Wartezeit die Rede.

Klopapier

Ein Blick auf die Online-Shops der Kinderfahrradhersteller:
– Ausverkauft
– keine Lieferung möglich
-Lieferschwierigkeiten

Die Entscheidung musste früher fallen, als gewünscht. Also klemmten wir uns hinter den Laptop, lasen Ratgeber, Testberichte, Kundenmeinungen. Etliche Nächte im Bett vor dem Einschlafen: Stärken/Schwächen-Analyse der unterschiedlichen Hersteller.

Kurz gesagt: ich hatte Unrecht

Am Ende der Recherche und Analyse: OK – ich gestehe, das ist doch nicht nur ein Hype….viele Dinge sprechen für das Kinderfahrrad, das momentan gefühlt jeder hat. Das Gewicht und die Herkunft aus Österreich sind zwei Punkte, die hier einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und auch der mögliche Wiederverkaufswert ist auch nicht außer Acht zu lassen.

Kinderfahrrad

Also weiter im Text – nach der Recherche kommt die Suche. Wir tummeln uns in unserer Freizeit nur mehr auf Internetseiten, die gebrauchte Kinderfahrräder anbieten. Wenn wir Alternativen zu willhaben oder Shpock braucht – ich kenne sie mittlerweile alle.

Doppelfrust: Kinderfahrrad und Lenkbob

Wenn, wie oben erwähnt das Kinderfahrrad das Klopapier ist, dann ist der Lenkbob garantiert der Germ. Wir suchten beides – hurra! Lenkbob auf Grund der Schneelage und dem Fakt, dass Little S die Rodel zwar mag, aber bei drei Personen einer immer rum steht und schaut. Kinderfahrrad, eh schon wissen.

Das Lenkbob-Thema war Dank meines Facebook-Freundeskreises sehr schnell erledigt. Wir haben den Keller voll mit Bobs und ich eröffne nächste Woche einen Bob-Up-Store 🙂 . Nein – Scherzerl. Wir haben jetzt die ganze Familie ausgestattet und es kommt zu keinen Wartezeiten mehr am Rodelhügel.

Das andere Thema wollte nicht so schnell abgehakt werden. Jedes angebotene Fahrrad, sobald die Anzeige erschien, wurde sofort auf „reserviert“ gesetzt. Was zu dem Zeitpunkt schon klar war – wir sind nicht die einzigen auf der Suche nach einem Kinderfahrrad. Ein lebendes Beispiel, wie das Thema Angebot und Nachfrage funktioniert.

Wir waren zwischenzeitlich sogar am Überlegen, ein in Tirol angebotenes Fahrrad zu nehmen. Die Wunschfarbe hatte es und der Preis war OK für ein gebrauchtes Kinderfahrrad. Andernorts versuchte ich mich vergeblich in einer Disziplin, die ich noch nie beherrschte: Preisverhandlung!

Ein paar Tage später saß ich also wieder vor dem Laptop, schaute frustriert die Inserate auf willhaben durch – ich kannte sie sowieso schon alle. Aber ich wartete auf irgendein Zeichen…

Happy End?

„Also“, dachte ich mir abschließend, „besuche ich noch ein letztes Mal die Seite des Herstellers und verabschiede mich vom Fast-Kinderfahrrad für Little S.“

Dort angekommen traute ich meinen Augen nicht – im Online-Shop der Hinweis: „In den Warenkorb / Lieferfrist: 05.03.2021“.

Schnappatmung. Smartwatch schlägt Alarm wegen zu hohem Puls. Mrs S. und ich fielen uns in die Arme, als ob wir die Weltmeisterschaft (in irgendeinem Sport) gewonnen hätten.

OK ich übertreibe – aber wir freuten uns wirklich und beschlossen sehr kurzfristig (im Gegensatz zum Rest der Geschichte), das Kinderfahrrad „woom 3 in sunny yellow“ für Little S zu bestellen. Aber PSSST – der Osterhase bringt es erst…

Fazit

Kinder

Auch wenn wir vor mehr als 30 Jahren auch gelernt haben, mit einem Fahrrad zu fahren, muss man hin und wieder seine Prinzipien über Bord werfen. Auch wenn ich immer noch überzeugt bin, dass gutes Marketing hier einfach mitentschieden hat, wir wollen doch alle nur unseren Kindern eine unvergessliche Kindheit gestalten und bieten. Wenn ich dann später sagen kann: „Unglaublich, am zweiten Tag konnte er alleine mit seinem Kinderfahrrad fahren“, dann ist diese Kindheit auch für mich und Mrs. S unvergesslich.

Dieser Artikel ist nicht in Zusammenarbeit mit der genannten Kinderfahrrad-Marke entstanden – wir haben unsere Meinung aus freien Stücken geändert…

Für die Fotos in diesem Artikel möchte ich mich ganz herzlich bei den Fotografinnen und Fotografen der Plattform www.unsplash.com bedanken, die ihre wunderschönen Bilder unter dem Motto „Photos for everyone“ zur Verfügung stellen.
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