Austrian Airlines

Ich erinnere mich an ein Foto, wo mein Opa gemeinsam mit Freunden durch die Straßen von Belgrad schlendert. Schiebermütze auf dem Kopf, weißes Hemd und Hosenträger, wenn ich mich recht erinnere. An Erzählungen können sich mein Bruder, meine Mama und ich noch erinnern, dass laut eigenen Aussagen mein Opa die halbe Stadt Belgrad verfliest hat und am letzten Wochenende begab ich mich für einen Kurztrip auf die Spuren meiner Großeltern…

Aber jetzt mal von Anfang an…

Bei mir hat sich über den Sommer beruflich einiges getan – ich war dadurch viel zu Hause. Aber mit dem 1. Oktober bin ich „back to the roots“ – in der Reisebranche. Also wenn wer von euch mal eine Reise plant – gebt Bescheid :-). Wie es halt so sein sollte, war bei meiner neuen Firma schon ein Betriebsausflug geplant, auf den ich gleich mal mitgenommen wurde – vielen Dank nochmal an dieser Stelle.

Belgrad & Novi Sad

Wenn man meine bisherigen Reisen ansieht, waren diese vor Little S teilweise beruflich, aber auch mit Mrs. S eher weitere Angelegenheiten. USA, Thailand, Bali,…. Andererseits haben wir nach und nach Städte in Europa abgegrast. Letztes Jahr dann die ersten Reisen mit Little S. Der Balkan, oder allgemein der Osten, kamen bisher mehr als kurz bei mir bzw. bei uns. Deswegen war ich auch mehr als gespannt, was mich erwartet.

Die Highlights

Highlights sind ja bekanntlich immer etwas Subjektives – wir durften allerdings bei einer Stadtrundfahrt am ersten Tag gleich mal die Höhepunkte Belgrads sehen.

Das Heiligtum des Heiligen Sava (oder auch der Dom/die Kathedrale des Heiligen Sava) ist eines der größten orthodoxen Gotteshäuser der Welt. Da es auch auf meiner Liste das erste orthodoxe Gebäude war, welches ich besucht habe, war ich jedenfalls sehr beeindruckt.

Belgrad Kathedrale
Das Heiligtum
Nebenkirche
In der kleineren Nebenkirche
Krypta
Die Decke der Krypta

Der Kalemegdan ist eine Parkanlage am Standort der ehemaligen Festung Belgrad – von ihm aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Zusammenfluss der Save und der Donau.

Save in Belgrad
Die Save…
Donau
…mündet in die Donau.

Am Ende der Parkanlage beginnt die Fußgängerzone in der Altstadt von Belgrad – Restaurants, Geschäfte, Cafés…da ist vermutlich für jeden etwas dabei.

Essen & Trinken

„Die Balkanküche wäre übrigens perfekt für vegetarische Küche, sie weiß es nur noch nicht!“ – höre ich unseren serbischen Reiseleiter sagen. Im nächsten Moment sagt er: „Ich gehe jetzt mit Interessierten in eine richtige serbische Cevapcici-Bude!“
Ich schließe mich an und wir landen in der „Bude“ mit dem klingenden Namen „Drama Cevapi“ und es war wohl eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Cevapcici – oft von meiner Oma gekocht – im Original…fantastisch, aber auf Grund der Menge an Zwiebel eher wenig gesellschaftstauglich. Man kann aus 4 Beilagen – Zwiebel, Kraut, geriebenem Paprika oder Kaymak (eine Art Rahm oder Schichtkäse oder lest doch selbst…) – wählen, die dann zu den Cevapcici gemeinsam mit Fladenbrot serviert werden.

Cevapcici
Cevapcici irgendwo unter der Zwiebelhaube

Als wir uns wieder auf den Weg machen gehen wir an der kleinen Braurerei Dogma Brewery vorbei – die definitiv einen Stopp wert gewesen wäre, wie sich später herausstellt. Uns verschlägt es allerdings in ein Lokal mit dem klingenen Namen „Samo Pivo„. Übersetzt heißt es „NUR BIER“ und der Name ist auch Programm. Dort komme ich auch noch in den Genuss eines Bieres der oben erwähnten Brauerei.

Craftbeer in Belgrad
Zapfanlage im Samo Pivo

Backa, Banat, Srem

Die drei Wörter aus dem Mund unseres Reiseleiters am Weg Richtung Novi Sad rufen erneut meine Großeltern in Erinnerung. Backa, Banat und Srem sind drei Provinzen in Serbien – Novi Sad liegt, wie der Ort, in dem meine Großeltern gelebt haben, in der Provinz Backa.

Novi Sad wird 2021 europäische Kulturhauptstadt – das merkt man, finde ich. Die Stadt wirkt großteils, wie besonders „rausgeputzt“ – vor allem die Fußgängerzone, die wir bei unserem gemütlichen Spaziergang zum Abschluss des Betriebsausfluges ansehen.
Die Festung auf der anderen Seite der Donau können wir uns nicht ansehen, aber wir machen eine kurze Fotopause beim Denkmal für die Opfer des Massakers von Novi Sad. Es erinnert an die etwa 800 Juden und 700 Serben, die 1942 von ungarischen Einheiten ermordet wurden.

Novi Sad
Das Denkmal mit der Festung Petrovaradin im Hintergrund

Zusammenfassend…

kann man sagen, dass Belgrad & Novi Sad auf jeden Fall einen Kurztrip wert sind. Oft sind die beiden Teil einer Donaukreuzfahrt – aber auch die Flüge direkt ab/bis Wien eignen sich für einen kurzen Trip für einen etwas kürzeren Städtetrip.

Mit Kind – ja sehr gerne. Die Parkanlage am Kalemegdan hat zum Beispiel einen sehr einladenden Dino-Park. Auch Kinderspielplätze sind im Stadtbild von Belgrad keine Seltenheit. Was mir – nicht nur bei unserem Reiseleiter – aufgefallen ist, ist die Kinderfreundlichkeit. Unser Reiseleiter ist selbst Jungpapa und hat nicht nur einmal unterwegs das eine oder andere Wort mit anderen Papas (ihm vermutlich unbekannte) ausgetauscht.

Ist das jetzt ein Reiseblog, oder was?

Nein – auf keinen Fall. Casual Dad bleibt Casual Dad und wird kein Reiseblog. Aber ich weiß, dass sich die Reisen in den nächsten Jahren mit Little S und Mrs S wieder häufen werden und die sollen genauso Platz hier haben, wie die anderen Artikel…und ein paar Reisetipps aus Papa-Sicht können nicht schaden oder? 🙂

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