nein

„Ein Baby glaubt die ersten Monate bestimmt, dass sein Name NEIN ist“ sagt Edgar am Telefon zu mir, als ich Little S davon abhalten will, dass er zu unserem W-Lan-Router robbt, um mal wieder mit den Kabeln zu spielen.

Ich kannte den Spruch schon, aber er hat seine Richtigkeit. Kaum lernt das Baby krabbeln, muss man es davon abhalten ________ (die Steckdose zu erkunden, das Katzenfutter „umzurühren“,  an den Kabeln zu ziehen, den Kasten mit den Rum-Reserven von Papa zu öffnen).

Aber lest und staunt – ich habe euch nämlich alle Sorten von NEIN zusammengefasst, die ihr in den ersten 9 Monaten braucht. Die Varianten sind natürlich von Familie zu Familie unterschiedlich, also lasst mich gerne wissen, welche es bei euch gegeben hat oder gibt!

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Das langgezogene Neeeeein

Epoche: zwischen dem 6. und dem 10. Monat
Häufigkeit: mehrmals pro Stunde
Lautstärke: Vortrag mit 50 Personen und das Mikrofon ist ausgefallen
Einsatzgebiet: Diese Version kommt meistens vor, wenn das Baby anfängt zu krabbeln. Es wird verwendet, wenn das Baby zum Beispiel die Hausschuhe der Eltern entdeckt und daran nuckeln will! Grundsätzlich kann man sagen, dass es verwendet wird, wenn das Baby etwas versucht, was es nicht machen sollte, aber es auch nicht so schlimm ist, wenn es doch gemacht wird.

Das laute, schnelle NEIN

Epoche: ebenfalls zwischen dem 6. und dem 10. Monat
Häufigkeit: mehrmals täglich
Lautstärke: sehr laut
Einsatzgebiet: Diese Variante ist eine Steigerung des langezogenen Neeeeein. Hier geht es darum, dass man das Baby davon abhalten muss, etwas zu tun, was wirklich gefährlich ist. Zum Beispiel den Radiosender auf Kronehit zu ändern oder das letzte Maltesers aus der Packung zu nehmen.

Das sich steigernde Nein

Epoche: ebenfalls ab dem 6. Monat
Häufigkeit: abhängig von der Vorsicht und Umsichtigkeit der Eltern
Lautstärke: normale Gesprächslautstärke – bis „Ich muss einem Touristen auf der Autobahn bei Ansfelden erklären, wie er nach Zell am See kommt“-Lautstärke
Einsatzgebiet: Um dieses Nein zu verstehen, muss man sich folgende Situation am Frühstückstisch vorstellen.
Baby: spielt im Wohnzimmer, unterbricht das Spielen und begibt sich in Krabbelposition.
Mutter: die ersten Nackenhaare rühren sich, wirft einen ersten Blick Richtung Baby.
Vater: sitzt beim Tisch und liest
Baby: bewegt sich Richtung Bücherregal
Mutter: spricht erstes vorsichtiges Nein aus
Vater: sitzt beim Tisch und liest
Baby: erhöht das Tempo Richtung Bücherregal
Mutter:  zweites etwas lauteres Nein folgt
Vater: sitzt beim Tisch und liest
Baby: erreicht das Bücherregal und will beginnen es auszuräumen
Mutter: sehr lautes NEIN
Baby: lässt vom Bücherregal ab, krabbelt zurück und spielt weiter
Vater: fragt „Gibt es eigentlich noch Kaffee“

 

Das doppelt Nein Nein

Epoche: ab dem 3./4. Monat
Häufigkeit: ein paar Mal täglich
Lautstärke: leise und sanft ausgesprochen
Einsatzgebiet: Dieses Nein ist eine abgeschwächte und frühere Form des langgezogenen Neeeeein. Zum Beispiel kommt es zur Anwendung, wenn der Papa mit dem Baby spielt und das Baby die Brille oder die Haare oder den Bart entdeckt und danach greifen will.

Das verspielte, unendliche Nein

Epoche: ab dem 3. Monat
Häufigkeit: fast täglich
Lautstärke: normale Redelautstärke
Einsatzgebiet: Diese Abwandlung kommt im Zuge des Spielens vor und auch ziemlich früh im Leben des Babys. Die Abfolge der Buchstaben und das Klingen dieser Variante kommt sehr gut bei Babys an und kann oft auch ein Lächeln auf das Gesicht des Babys zaubern. Man kann sich das verspielte, unendliche Nein etwa so vorstellen: „neinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinnein
neinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinnein
neinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinneinnein
neinneinneinneinneinneinneinnein…“

 

 

 

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