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Babysprache – ich liebe sie. Ich könnte Little S stundenlang zuhören, wenn er mir oder jemandem anderen zum Beispiel seine Bücher erklärt oder auch mit dem Windrad auf unserem Balkon schimpft.

babysprache

Das erste Wort

Ja – es kommt immer mal wieder ein Mama oder ein Papa(ähnliches) Wort über die Lippen von Little S – aber es wirkt noch etwas unbewusst und einfach mal zufällig eingesetzt. Andererseits stellt sich Little S schon mal vor die Mrs S und sagt die Silbe MA zwanzig Mal hintereinander, was mich und Mrs. S sehr belustigt. Einmal glaubten wir auch Tante und Oma zu erkennen, aber auch diese beiden Wörter waren unabsichtlich und können daher in keinem Buch eingetragen werden.

Kommt Zeit – kommt Sprache

Den ersten Absatz in diesem Artikel habe ich vor ein paar Wochen begonnen – Eltern wissen, wie schnell es gehen kann. Aber keine Panik, Little S spricht noch immer nicht wirklich, aber seine eingesetzten Mamas und Papas sind bewusster gewählt. Heute morgen spielte sich zum Beispiel folgender Dialog ab, also ich mir gerade die Jacken anzog, bevor ich in die Arbeit ging.
Mrs. S: „Sag mal Papa, sag doch mal Papa!“
Little S sitzt auf dem Schoss von Mrs. S, nimmt den Schnuller aus dem Mund und beginnt zu grinsen: „MAMA!“

Parallel dazu sagt Little S jetzt immer mal wieder ein Wort, welches wie „Baby“ klingt. Er ordnet es nicht wirklich zu, verwendet es auch sehr oft, aber es ist sozusagen sein drittes Wort.

vögel

Berufswunsch Tierstimmenimitator

Ein Klassiker in wohl jeder Familie ist das Spiel: „Wie macht der/die…?“

Bei uns ist das Spiel seit ein paar Wochen auch am Tagesprogramm. Angespornt wurde ich dadurch, dass Little I – die Sandkastenfreundin von Little S – schon das eine oder andere Tier imitieren kann (Hund, Katze, Schlange, Biene).

Was war also der nächste Schritt für mich: Little S und ich müssen zu üben beginnen. Auch Mrs. S wurde auf Grund der Mehrzeit, die sie täglich mit Little S verbringt in den Stundenplan mit „eingeplant“.
Mittlerweile sind es schon drei Tiere, die Little S imitieren kann.
Vögel: die sprechen bei uns momentan nur eine Sprache: Krah-Krah (egal ob Taube, Amsel, Rabe oder Spatz)
(Das Highlight jeden Morgen: minutenlang schauen Little S und ich beim Fenster den Krah-Krahs zu)

Hund: der machte auch lange Krah-Krah. Aber hier haben wir es geschafft, mittlerweile ist es: Wau-Wa

Kuh: hier bin ich mir unsicher, ob Little S die Stimme imitieren will oder seine Liebe zu Rindfleisch ausdrücken will. Die Kuh macht nämlich: Mmmmmmm

Und bei diesen Tierstimmen fällt die Babysprache, finde ich, komplett weg. Die Silben der Vögel und der Hunde spricht Little S gestochen und in reinster Form aus….

Die Sprache macht den Menschen…

Das Zitat stammt aus dem Musical „My fair Lady“ und lange vor Little S hörte ich das Zitat zum ersten Mal von Mrs. S. Leider muss man sagen, dass das Zitat in der jetzigen Zeit relativ wenig Relevanz hat. Menschen werden immer noch auf ihre Herkunft reduziert (und ihr Aussehen, ihr Geschlecht, ihre Liebe,…). Momentan ist es gerade eher in, wenn man möglichst „gschead“ in Mundart spricht und singt und es als Tradition und Werte verkauft!

Moment – ich habe überhaupt nix gegen Gesang in Mundart oder Mundart im allgemeinen. Ich habe selbst 10 Jahre lang in einer Band Schlagzeug gespielt, die Lieder in Mundart spielte. Aber das übertriebene „Hoamatlond-i-han-di-so-gean“-Gefasel mag ich halt einfach nicht ganz so. Mundart gehört zur Kultur eines Landes, das ist mir bewusst, aber gerade die Mundart und der Dialekt sind einer der schmalsten Grade, wenn man in Bezug auf Werte, Tradition und Co darüber spricht.

Andererseits weiß ich auch, dass ich absolut komisch klinge, wenn ich Little S etwas auf Hochdeutsch erklären will – da versucht etwas miteinander zu harmonieren, was nicht ganz zusammengehört. Mein Dialekt ist allerdings vermutlich keiner, den man nur in dem Ort versteht, wo man aufgewachsen ist. Es ist einfach OÖ-Zentralraum-Dialekt ohne mühlviertlerischem oder innviertlerischem Einfluss.

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Die Babysprache

Solange Little S nur brabbelt, plappert und Babysprache spricht, muss man sich ja darüber noch kaum Gedanken machen. Ich lehne mich zurück und genieße die Minuten, wo Little S mir „erzählt“, was er den ganzen Tag mit Mama erlebt hat und wen er aller getroffen hat und wo er überall Krah-Krahs gesehen hat.

Zweisprachigkeit als Lösung

Und da der Artikel für Casual-Dad-Verhältnisse schon wieder fast ein bisschen zu ernst ist, kommt die Conclusio in gewohnter Manier:

Little S wird zweisprachig aufgezogen!
Schönes Hochdeutsch von Mrs. S
OÖ-Zentralraum-Dialekt von mir!

Auf Wiedersehen/Pfiat eich!

 

Die Sprache macht den Menschen...eine Ode an die Babysprache

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