axel halbhuber

Das Buch Reisen ist ein Kinderspiel von Axel Halbhuber war eines der ersten, die ich bekommen habe, als bekannt wurde, dass ich Papa werde. Es freut mich besonders, dass ich den Autor des Buches in diesem Interview zu Wort kommen lassen kann.

Hallo – stell dich doch bitte mal meinen Leserinnen und Lesern vor.

Ich bin Buchautor und Journalist beim Kurier und widme mich schon lange leidenschaftlich den Themen Reise und Familie. Als mein Sohn Valentin 2013 zur Welt kam, rückte der Fokus stark auch auf das gemeinsame Entdecken des Lebens und das Erleben der Welt – im Kleinen wie im Großen. Das hat sich mit meiner Tochter Rosemarie, geboren 2016, noch verstärkt.

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„Reisen ist ein Kinderspiel“ – meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre für alle werdenden Eltern. Was ist das und wie kam es zu der Idee?

Danke sehr. Seit meiner einjährigen Weltreise vor acht Jahren ist auch das „Reisen mit Kindern“ immer in meinem Kopf und damit auch die Frage, warum so viele aufhören zu reisen, sobald sie Kinder haben. Ehrlich: Sogar leidenschaftliche Backpacker und Abenteurer werden mit Kindern zum reinen Strandclub-Urlaubern. Als Valentin ein Jahr alt war, übernahm ich die Karenz und der Kurier bat mich um eine Kolumne. Die klassische Vater-Kolumne wollte ich nicht machen, weil ich es immer komisch finde, wenn Väter so tun, als wäre ihre Beteiligung ind er Karenz etwas Besonders. Also schlug ich vor über das Reisen mit Kindern zu reden, weil es so viele Missverständnisse dabei gibt. Wir machten also eine Serie: „Valentin auf Reisen“ – zwölf erste Trips in zwölf Monaten, von Wohnmobil bis Radtour, von Wandern bis Kreuzfahrt, von Jordanien bis Dänemark, von Kinderhotel bis Städtereise. Die Serie kam gut an … und bald wuchs der Wunsch, das als Buch herauszubringen. Ich habe mich ein bisschen gewehrt – ich hatte vier Bücher in fünf Jahren hinter mir – aber auch nach dem Karenzjahr fuhren wir oft und viel weg. Als es dann schon 16 Reisen gewesen waren, dachte ich mir: okay, machen wir das Buch. Auch, weil es überraschender Weise nichts Vergleichbares gibt.

 

Gibt es ein Erlebnis, welches du ohne lang nachzudenken an erster Stelle nennen würdest?

Ich habe mich in all meinen Reisebüchern immer gegen Rankings gewehrt – weil man Reisen so schwer vergleichen kann. Und vor allem nicht soll. Aber die Jordanien-Reise mit dem eineinhalbjährigen Valentin hat mich sehr fasziniert: Oft sagen Menschen, dass Kinder Reisen nicht voll wahrnehmen. Die Jordanienreise widerlegt diesen Satz, den ich ohnehin ablehne. Valentin erlebte fremde Menschen, Gerüche, eine Sprache. Er griff mit beiden Händen in die Wüste und betrachtete stundenlang Kamele. Es war für mich wieder einmal der Beweis: Reisen mit Kindern funktioniert nicht nur. Sie sind sogar die besseren Reisenden – weil sie es so aufsaugen.

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Welche 3 Urlaubs- oder Ausflugsdestinationen sollte unser Sohn auf alle Fälle gesehen haben, bevor er eingeschult wird?

Ich beschreibe im Buch vor allem, wie wichtig es ist, sich und sein Kind zu hinterfragen: Was gefällt uns als Familie? Schauen Sie sich Bücher, Filme, Dokus und Fotos an – Kinder sollen bei der Auswahl der Ziele beteiligt sein. Ich würde auf jeden Fall Nahes und Fernes mischen – und wenn möglich auch eine längere Reise machen. Voriges Jahr war ich mit Valentin und Rosemarie sieben Wochen mit dem Auto auf Reisen zu den Walen – von Wien über das Baltikum, Finnland, Schwedisch Lappland bis zu den norwegischen Lofoten, dann die Küste entlang runter bis Dänemark und Hamburg (zu sehen auf der Facebook-Seite von Reisen ist ein Kinderspiel – hier). Diese Langreisen – wo man auch einmal länger wo ist, einmal wo wäscht und wo kocht – haben eine eigene Magie.

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Als Eltern packt man ja immer 1.000 Sachen ein für den Urlaub. Was ist wirklich essentiell und darf auf keiner Reise fehlen?

Kinder können recht bald – schon mit 2 Jahren – einen eigenen kleinen Trolley befüllen. Das Spielzeug und die Bücher, die sie sich selber aussuchen, reicht dann auch aus. Unterwegs gibt es genug zu Entdecken und zum Spielen. Auch Wasserkocher, Wundsalben und und und bekommt man auf jeder Reise – und wenn man etwas nicht bekommt, liegt in der Improvisation die Kraft, sich auf das Wesentliche zu reduzieren und einmal beim Planen ein bisschen locker zu lassen.

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Von Papa zu Papa – was darf ich als Jungvater in Bezug auf meinen Sohn auf keinen Fall „versäumen“?

Bei aller Freude an exotischen und fernen Reisen – es geht vor allem um das gemeinsame Abenteuer. Eine bunte Bergwiese, auf der man gemeinsam Stunden lang die Wolken zählt … das ist Reisen. Aber ganz ehrlich: Ich würde unbedingt mal mit kleinem Kind ein kleine Wohnmobilreise machen – zumindest ein paar Tage an einen See. Dieses Höhlengefühl taugt Kindern sehr.

 

Vielen Dank für das Interview Axel!

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