entscheidungshilfe

Die ultimative „Ich habe Casual Dad gelesen und weiß jetzt, wen ich wählen soll“-Artikelserie

 

Warum postet Casual Dad eine Entscheidungshilfe für die Wahl?

Als Papa denkt man mehr nach:
– über Zukunft
– über Geld
– über Gesundheit
– und auch über die Wahl bzw. Politik

Kommenden Sonntag ist ja die Nationalratswahl in Österreich. Rückblickend kann ich sagen, dass ich…

…von 18 – 25 „revolutionär“ gewählt habe – meistens direkt nach dem Fortgehen, oft ungültig – oft nach dem Motto „Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten“ (das hat übrigens Kurt Tucholsky gesagt)

…von 25 – 39 taktisch gewählt habe. Eigentlich ging es mir meistens darum, dass ich eine Partei gar nicht mag und mir immer wieder erzählt wurde: „Du musst die wählen, damit die nicht in die Regierung kommen“ (Eine Entscheidungshilfe, wie sie von mir niemals vorgeschlagen werden wird)

Das war jetzt mehr als platt ausgedrückt – aber ein bisschen Wahrheitsgehalt ist dabei!

Dieses Mal fällt es mir schwer, eine Entscheidung zu treffen – ich hab klarerweise Tendenzen bzw. einen engeren Favoritenkreis – aber so richtig fix ist meine Entscheidung nicht. Es gibt bestimmt in den meisten Wahlprogrammen ein paar Punkte, die ich gut finde, aber ich kann mich mit keiner Partei 100% identifizieren.

Die Herangehensweise

Ich bin selbst im Verkauf tätig und muss meine potentiellen Kunden davon überzeugen, warum sie meine Dienstleistung in Anspruch nehmen sollen. Ich habe diese „Argumentationsschiene“ an die Politikerinnen und Politiker ausgespielt und habe kurz beschrieben, wer ich bin (beruflich, familiär, Herkunft,….). Dezidiert gefragt habe ich, warum ich genau sie wählen sollte – natürlich mit dem Wunsch, dass sie auf meine „Vorgaben“ eingehen.

entscheidungshilfe

In Teil 1 möchte ich über die Punkte Recherche, automatische Antworten und Antwortgeschwindigkeit schreiben. Wie viele Teile diese Artikelserie bekommt ist noch offen, da noch einige Antworten ausständig sind. Aber in diesem Fall bitte beachten: nicht immer alles so ernst nehmen, was ich hier so von mir gebe – also die Entscheidungshilfe auch mal mit einem Lächeln betrachten.

Die Recherche

Ich hatte den Plan, den Kandidatinnen und Kandidaten der einzelnen Parteien direkt zu schreiben. Also machte ich mich auf die Suche nach den direkten Email-Adressen der einzelnen Personen. Mir war klar, dass mir vermutlich kein einziger direkte zurückschreiben wird, aber zumindest wollte ich die Adresse anschreiben, wo der Name der Person steht (keine kontakt@ oder info@…).
Insgesamt habe ich die zehn Parteien angeschrieben, die bundesweit zur Wahl antreten:
Gilt
FLÖ
Die Weißen
KPÖ
Liste Pilz
Die Grünen
Neos
FPÖ
ÖVP
SPÖ

Eine direkte Emailadresse habe ich nur bei den Parteien KPÖ, Liste Pilz, den Grünen und der FPÖ gefunden. Wobei bei letzteren sofort eine Antwort kam, dass die Email-Adresse nicht beantwortet wird und man direkt über ein Kontaktformular Kontakt aufnehmen kann – was ich dann auch tat.
Alle anderen Parteien haben nur allgemeine Emailadressen.

Der Trendbarometer ergibt also folgendes:
1) KPÖ, Liste Pilz, die Grünen – wegen der direkten Emailadresse
2) FPÖ – rutscht zurück wegen der Antwort
3) alle anderen

gut_böse

Automatische Antworten

Eine der automatischen Antworten habe ich ja schon erwähnt – die von der FPÖ.
Kurz darauf trudelten auch die automatischen Antworten von der ÖVP und den Neos ein. Die ÖVP schickt gleich ein paar Links mit, die auf das Wahlprogramm, Veranstaltungen und auch die Möglichkeit zur Unterstützung hinweisen. Von der Email-Adresse der Neos kam eine Antwort, dass die Email so bald wie möglich beantwortet wird.

Die Ansprache

Was mich irritiert hat war die Ansprache im Email – hier kommt die Antwort mit einem „Hallo“ als Anrede. „Der Hallo ist schon gestorben“ – diesen Ausspruch gibt es ja und ist vermutlich auch bekannt. Der Spitzenkandidat der ÖVP ist knapp 10 Jahre jünger als ich – ich bin da nicht so pingelig, aber bei den Stammwählerinnen und Stammwählern der ÖVP bin ich mir da nicht so sicher. Da ist mir das „Sehr geehrte Damen und Herren“ der Neos schon lieber.

Unfreiwillige Antwort

Dann gibt es da noch eine eher unfreiwillige automatische Antwort – und zwar die der SPÖ. Zwei Tage nach meinem Email kam: „Der Posteingang des Empfänger ist voll / Ihre Nachricht konnte nicht an xxx@xxx.xx zugestellt werden. Der Posteingang des Empfängers ist voll oder derzeit überlastet“. Wenn die Email-Adresse, die ich angeschrieben habe, direkt auf der Homepage des Spitzenkandidaten angeführt wird, finde ich es etwas irritierend, wenn diese Rückmeldung kommt.

Hier ergibt sich also folgendes Trendranking:
1) Gilt, die Grünen -> Erklärung dazu im nächsten Punkt
2) Neos
3) ÖVP
4) FPÖ
5) KPÖ, die Weißen, FLÖ, Liste Pilz
6) SPÖ

 

Antwortgeschwindigkeit

schnecke

Mittlerweile sind vier Tage seit meinen Emails vergangen (davon zwei Werktage – weiß nicht, ob es da eine Unterscheidung gibt in der Politik – vor allem eine Woche vor der Wahl).
Die Frage ist – wie schnell muss eine Antwort sein? Ich merke im Beruf, dass das Gegenüber am liebsten sofort eine Antwort hätte, von dieser „Vorgabe“ bin ich auch ausgegangen! Ich denke schon, dass die Schnelligkeit einen kleinen Part einer Entscheidungshilfe einnehmen kann.

Antworten habe ich in folgender Reihenfolge bekommen:
Gilt – 42 Minuten später
Die Grünen – 3 Stunden, 31 Minuten später
Neos – 3 Tage später // bzw. am nächsten Werktag (wie man es sieht)

Von allen anderen bekam ich keine Antwort.
Das Ranking ist somit für diesen Punkt relativ klar!

Das war es mit Teil 1 – ich hoffe, dass ich vor der Wahl noch mehr Antworten bekomme und euch noch mehr Inputs liefern kann…

 

Breaking News: kurz vor Veröffentlichung des Artikels kam eine Antwort der SPÖ. Somit ist das Ranking (zur Geschwindigkeit) um einen Platz vier erweitert!